Können wir auf Kupfer verzichten, um den ökologischen Landbau zu schützen?

Artikel auf http://www.inra.fr (Veröffentlicht am 16/01/2018)

Kupfer wird vor allem im ökologischen Landbau zur Bekämpfung verschiedener Pilz- und Bakterienkrankheiten eingesetzt. Die zunehmenden regulatorischen Restriktionen bei der Verwendung – verbunden mit den Auswirkungen auf die Umwelt – haben das Technische Institut für biologischen Landbau (ITAB) und INRA jedoch dazu veranlasst, ein gemeinsames wissenschaftliches Gutachten* über mögliche technische Lösungen für den Ersatz von Kupfer, aber auch deren Integration in integrierte Produktions- und Schutzsysteme zu fördern. Die Ergebnisse wurden auf einer Konferenz am 16. Januar 2018 in Paris vorgestellt.

Stichworte: BIO-LANDWIRTSCHAFT – SCHUTZ VON KULTUREN – Kupfer

In den meisten landwirtschaftlichen Betrieben, insbesondere im ökologischen Landbau, wird Kupfer zur Bekämpfung einer Vielzahl von Pilz- und Bakterienkrankheiten eingesetzt. Von den 50 registrierten Verwendungen von Kupfer für Stauden, Gemüseanbau und Feldkulturen gelten drei Verwendungen gegen Pilzkrankheiten als „bedeutend“ in Bezug auf Fläche, wirtschaftliches Gewicht und Umweltauswirkungen. Das sind Apfelschorf, Rebenfäule und Kartoffelfäule.

Überschüssige Kupferkonzentrationen beeinträchtigen das Wachstum und die Entwicklung der meisten Pflanzen, mikrobiellen Gemeinschaften und Bodenfauna. Diese Auswirkungen haben zu regulatorischen Beschränkungen der Verwendung geführt (Begrenzung der anwendbaren Dosen pro Hektar und Jahr), einschließlich des Verbots in bestimmten Ländern (Niederlande und Dänemark). In diesem Zusammenhang haben ITAB und INRA eine kollektive wissenschaftliche Expertise* gefördert, die darauf abzielt, eine multidisziplinäre und kritische Synthese der zu diesem Thema verfügbaren wissenschaftlichen und technischen Kenntnisse durchzuführen.

Vielfältige Kombinationsmöglichkeiten in integrierten Schutzsystemen

Es gibt mehrere Alternativen zu Kupfer, oft mit partiellen Effekten. Eine erste Methode besteht darin, die Resistenz der Pflanzen gegen die betreffenden Krankheitserreger auszunutzen, insbesondere durch die Schaffung resistenter Sorten aus den genetischen Ressourcen der kultivierten oder verwandten Arten. Ihre Verwendung bleibt jedoch wegen der Frage nach der Dauerhaftigkeit von Resistenzen (insbesondere der Gefahr der Umgehung oder Erosion von Sortenresistenzen) oder der ungünstigen Auswirkung von Resistenzen auf Ertrag, Geschmacksqualität oder Lebensmittelwert heikel. Darüber hinaus wirken andere Substanzen, die die Abwehrkräfte der Pflanzen stimulieren (SDP), über die verschiedenen Abwehrmechanismen, die der Pflanze zur Verfügung stehen, um die Besiedlung ihrer Gewebe während der Infektion zu blockieren. Viele SDP-Produkte und Moleküle werden entwickelt und zeigen echte biologische Aktivität im Labor, aber die Übertragung dieser Effizienz auf das Feld ist oft schwächer oder willkürlicher.

Zweite Alternative: die Verwendung von Stoffen mit biozider Wirkung, die direkt auf Krankheitserreger einwirken, einschließlich Schwefel oder mehrere ätherische Öle, insbesondere Orange. Schließlich kann die Anwendung agronomischer Praktiken die Bekämpfung von Infektionen ermöglichen, sei es durch physikalische Techniken (z. B. Schutzplanen, Hagelnetze, Insektennetze) oder andere kulturelle Praktiken wie die räumliche und zeitliche Diversifizierung von Sorten in Parzellen oder Landschaften.

Das in der Expertise gesammelte Wissen zeigt, dass es notwendig ist, diese Hebel (Sortenresistenz, SDP, Biozide, agronomische Praktiken usw.) zu kombinieren, um Nutzpflanzen innerhalb integrierter Produktions- und Schutzsysteme wirksam zu schützen, die derzeit noch nicht in großem Umfang praktiziert werden. INRA schlägt vor, gemeinsam mit seinen Partnern und insbesondere den technischen Instituten die Forschung und Erprobung von Alternativen zu Kupfer zum Schutz von Kartoffeln, Apfelbäumen und Reben zu verstärken.

Die Daten zeigen, dass Kupfervermeidungsstrategien in Apfelplantagen und Kartoffelkulturen berücksichtigt werden können. Auf der anderen Seite, für die Rebe, auf kurze Sicht, die Alternative der Genetik ist noch nicht in allen Bedingungen anwendbar.

In naher Zukunft ist die Reduzierung der verwendeten Kupferdosen der Haupthebel. Darüber hinaus zeigt das Gutachten, dass eine Reduzierung der eingesetzten Kupfermengen um 50 % unter bestimmten Bedingungen einen Wirkungsgrad erreichen würde, der mit demjenigen der Volldosierung identisch oder sehr ähnlich ist.

Während all diese Ergebnisse von besonderem Interesse für den ökologischen Landbau sind, der unmittelbarer von Beschränkungen des Einsatzes von Kupfer betroffen ist, werden in dieser Studie auch andere Formen der Landwirtschaft behandelt, die versuchen, den Verbrauch von Pestiziden zu reduzieren.

Französischer Originaltext, übersetzt mit www.DeepL.com/Translator